Geschäftsstelle des Runden Tischs Berlin

Seit dem 01.02.2018 ist S.I.G.N.A.L. e.V. Träger der Geschäftsstelle des Runden Tischs Berlin - Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt. Auf die Einrichtung eines Runden Tischs zur Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung Betroffener häuslicher und sexualisierter haben sich Bündnis 90/Die GRÜNEN, SPD und DIE LINKE  in ihrer Koalitionsvereinbarung 2016 verständigt.

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Mit dem Runden Tisch - Gesundheitsversorgung bei häuslicher und sexualisierter Gewalt greift Berlin wichtige menschenrechtliche und gesundheitspolitische Entwicklungen der letzten Jahre auf. Angestrebt ist, die 2014 erschienen Leitlinien der WHO für den Umgang von Gesundheitsversorgung und -politik mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt in die Praxis umzusetzen und damit auch wesentliche gesundheitsbezogene Vorgaben der "Istanbul-Konvention" zu realisieren.

Titelbild WHO Leitlinien englisch

Die evidenzbasierten Leitlinien der WHO für Gesundheitsversorgung und Gesundheitspolitik zum Umgang mit Gewalt in Paarbeziehungen und mit sexueller Gewalt (2013). Die WHO fordert u.a. gezielte Ersthilfe bei häuslicher und sexueller  Gewalt systematisch in der Gesundheitsversorgung zu etablieren, die Thematik in Aus-, Fort- und Weiterbildung der Gesundheitsberufe zu integrieren und Forschung zu intensivieren.

Titelbild Gesetz Istanbul-Konvention

Das Übereinkommen des Europarats vom 11.05. 2011 zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt ("Istanbul-Konvention"). Die Konvention ist seit Februar 2018 in Deutschland gültiges Recht. Sie sieht u.a. die Qualfizierung aller relevanter Berufe (Artikel 15), kontinuierliche Datenerhebung und Forschung zum Thema (Artikel 11), die systematische Berücksichtigung der Situation Gewaltbetroffener (Artikel 20) sowie Versorgungszentren bei sexualisierter Gewalt vor (Artikel 25).

Titelbild 115. Ärztetag Beschlüsse

Empfehlungen und Positionierungen von Fachgesellschaften,  Standes-, und Berufsorganisationen zur Thematik. Von Seiten der Deutschen Ärztetage werden beispielsweise bereits seit 2002 Beschlüsse gefasst zur Integration der Thematik in die Aus- Fort- und Weiterbildung. 2015 setzte sich der Deutsche Ärztetag  für die Umsetzung der WHO Leitlinien in Deutschland ein.
 

Berlin Schild onlinestreet.de

Gute-Praxis Projekte in der Versorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt im Berliner Gesundheitswesen. Einige Kliniken, Arztpraxen und Ausbildungseinrichtungen zeigen, dass Interventionskonzepte erfolgreich etabliert und Schulungen verankert werden können. Seit 2016 fordert der Krankenhausplan des Landes Berlin von Kliniken mit Zentraler Notaufnahme Konzepte zur Versorgung von Erwachsenen und von Kindern nach häuslicher und nach sexualisierter Gewalt.

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