Aktuelles

LeSuBiA - Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag

Am 10. Februar 2026 wurden in einem ersten Themenheft ´Ergebnisse der Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA)“ I Gewalterfahrungen innerhalb und außerhalb von (Ex-)Partnerschaften` (Nathalie Leitgöb-Guzy und Ina Bieber. Hrsg. Bundesministerium für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend; Bundesministerium des Innern; Bundeskriminalamt) Ergebnisse mit dem Schwerpunkt Gewalt in Paarbeziehungen, sexualisierte Gewalt und digitale Gewalt vorgestellt. Für die repräsentative Studie wurden 15.479 Personen in Deutschland zu ihren Gewalterfahrungen befragt. Befragt wurde zu psychicher und körperlicher Gewalt, zu sexueller Belästigung mit und ohne Körperkontakt sowie sexuellem Übergriff und zu Stalking sowie digitaler Gewalt. Auserdem werden Ergebnisse zu Poliviktimisierung und simultane Gewaltformen, Gewalt in der Kindheit, Gewaltbetroffenheit innerhalb der LSBTIQ*-Gruppe, regionale Auswertungen und Geschlecht von Tern bzw. Täterinnen und Betroffenen präsentiert. Als Kernbefunde werden von den Autor*innen folgende Aussagen gemacht: 

  • In der 5- Jahresprävalenz zeigt sich, dass sowohl Frauen und Männer von psychischer sowie körperlicher Gewalt in (Ex-)Paarbeziehungen in ähnlichem Ausmaß betroffen sind, allerdings zeigt sich bei Frauen in beiden Fällen eine deutlich höhere Inzidenz sowie Schwere der Gewalt: Frauen sind von einer höhere Mehrfachviktimisierung betroffen, erleben in Gewaltsituationen stärkere Angst und nehmen die erlebte Situationen als schlimmer wahr als Männer. Häufig findet die Gewalt innerhalb der bestehenden Beziehung statt, vor allem bei emotionaler und ökonomischer Gewalt (S. 15).
  • In Bezug auf sexuelle Übergriffe, sexueller Belästigung sowie Stalking sind Prävalenz, Inzidenz sowie Schwere der Gewalt deutlich mehr Frauen betroffen als Männer. Diese findet vor allem außerhalb von (Ex-)Partnerschaften statt (S. 15).  
  • Digitale Gewalt wird am häufigsten durch fremde Personen ausgeübt. Frauen erleben diese Gewaltform hinsichtlich Inzidenz und Schwere häufiger und schwerer (S. 15).

"Zusammenfassend sind die eindeutigsten geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Gewaltformen sexueller Übergriff, sexuelle Belästigung, digitale Gewalt und K.O.-Tropfen zu beobachten. Bei allen vier Gewaltformen fällt die Betroffenheit in allen Referenzzeiträumen bei den Frauen höher aus – sei es innerhalb des bisherigen Lebns oder den letzten fünf Jahren. Besonders hoch fallen die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Lebenszeitprävalenz bei diesen Gewaltformen aus. Bei psychischer und körperlicher Gewalt in (Ex-)Partnerschaften zeigen sich bei der 5-Jahresprävalenz dagegen kaum Unterschiede zwischen Frauen und Männern." (Zitat S. 15).

LeSuBia - Themenheft I

In Planung sind noch zwei weitere Themenhefte:
Themenheft II: Ergebnisse der Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA) II“ - Inanspruchnahme des Sicherheits- und Hilfesystems von Polizei, Justiz, Medizin und Opferhilfe infolge von Gewalterfahrungen 

Themenheft III: Ergebnisse der Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag (LeSuBiA) III“ - Vulnerabilitäten und Folgen von (partnerschaftlicher) Gewalt

KIS Koordinierungs- und Interventionsstelle
KIS Neue Homepage und neues Logo

Die Koordinierungs- und Interventionsstelle des S.I.G.N.A.L. e.V. hat eine neue Homepage und ein neues Logo. Unser Motto in neuen Farben: 

Erkennen - Ansprechen - Handeln

Viel Spaß beim Stöbern! Und wir freuen uns über Rückmeldungen.

S 1 Leitlinie - Empfehlungen zur Betreuung und Versorgung von weiblichen Betroffenen sexualisierter Gewalt

Im Dezember 2025 wurde unter der Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe eine S 1 Leitlinie zum Thema Versorgung von weiblichen Betroffenen nach sexualisierter Gewalt veröffentlicht. Die Leitlinie richtet sich an Gynäkolog*innen in Kliniken sowie im Niedergelassenenbereich sowie an Rechtsmediziner*innen. 

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Alternativberich zur Umsetzung der Istanbul-Konvention

2. Alternativbericht Bündnis Istanbul-Konvention 2025

Das Bündnis Istanbul-Konvention (BIK) legte dem Expert*innengremium GREVIO am 19.11.2025 seinen zweiten Alternativbericht zur Umsetzung der Istanbul-Konvention vor. Im Bericht zeigt das BIK auf, welcher dringende Handlungsbedarf besteht und formuliert Empfehlungen an den Bund, die Länder und die Kommunen. Informationen zur Umsetzung im Gesundheitswesen finden sich in den Artikeln 8, 11, 15, 18, 20 und 25. S.I.G.N.A.L. e. V. ist Mitglied des BIK.

25 Jahre SIGNAL

Schön wars gestern! Vielen Dank!

Nun ist die Jubiläumsfeier schon wieder vorbei. Wir haben zusammen zurückgeblickt – neue Impulse erhalten, auch über Herausforderungen diskutiert. Danke an Alle: für die spannenden Beiträge während der Veranstaltung – und den gemütlichen Plausch am Abend. Auf die nächsten 25 Jahre! 

Pressemitteilung

„Gesundheit von Frauen* und Mädchen* - KEIN Spielball der Berliner Haushaltspolitik“

Das feministische Netzwerk für Gesundheit bezieht Stellung, gegen die im aktuellen Haushaltsentwurf geplanten Kürzungen. Wenn der Berliner Senat diese wie geplant umsetzt, hat das massive Folgen für die Gesundheitsversorgung von ALLEN Frauen, Mädchen und trans, inter sowie nichtbinären Menschen in der Stadt. Lesen Sie hier die gesamte Stellungnahme.

Veröffentlichung: Elternschaft.Gewalt.Trauma.

Die jüngst veröffentlichte Broschüre unserer Kolleginnen der Fachstelle Traumnetz, richtet sich an Praktiker*innen aus dem Gesundheitsbereich, der Pädagogik und der psychosozialen Arbeit, die ihren Umgang mit von häuslicher Gewalt betroffenen Elternteilen hinterfragen. Sie soll motivieren sich mit der Thematik aueinanderszusetzen, eine sensible Haltung gegenüber gewaltbetroffenen Eltern zu entwickeln und dabei nicht das Kindeswohl aus dem Blick zu verlieren. Zudem bietet sie Praxistipps und Formulierungshilfen für ein trauminformiertes Arbeiten. 

Die Thematik „häusliche und sexualisierte Gewalt“ jetzt in die bundesweiten Rahmenlehrpläne der Pflegeausbildung aufnehmen.

Die Chance muss genutzt werden: die bundesweiten Rahmenlehrpläne der Pflegeausbildung werden gerade überarbeitet. Darum fordern wir die Fachkommission dazu auf, die Thematik explizit darin aufzunehmen, so dass die gesundheitliche Versorgung nach häuslicher und sexualisierter Gewalt ein verpflichtender Kompetenzerwerb in der Ausbildung von Pflegefachkräften wird. 

Hier die komplette Stellungnahme.